Die Corona-Krise lehrt uns, dass die Schweizer Milizarmee nicht nur Lösungen auf die aus aktueller Sicht naheliegenden Viren- und Cyber-Attacken oder Klima- und Naturkatastrophen bereit halten muss, sondern als letzte Bastion eines neutralen, unabhängigen Staates für den nicht vorhersehbaren Verteidigungsfall gerüstet sein muss. Die internationale Sicherheitslage hat sich in den letzten Jahren abermals verschlechtert – bewaffnete Konflikte, terroristische Bedrohungen, Schwächung globaler Organisationen oder erhöhte Spannungen zwischen den Grossmächten seien beispielhaft erwähnt.
Dreistes Jonglieren mit Fantasiezahlen
Was uns die Gegnerschaft, bestehend aus SP, Grüne und der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA), als selbsternannte Expertengruppe in den letzten Wochen an Falschinformationen und Fantasiezahlen aufgetischt hat, ist an Dreistigkeit und Schamlosigkeit kaum zu übertreffen. Beispiel: Die gegnerischen „Experten“ tricksen unaufhörlich Kosten von 24 Mrd. CHF herbei, indem sie die Betriebskosten über 30 Jahre zu den Beschaffungskosten von 6 Mrd. CHF munter hinzuaddieren – beide, Beschaffungs- und Betriebskosten, sind übrigens Bestandteile des ordentlichen Armeebudgets. Die maximal 6 Mrd. CHF sind jedoch eine durchaus angemessene Versicherungsprämie, die wir für eine völlig ungewisse Zukunft zu investieren bereit sein müssen.
Vom Vorbereitungs- in den Kampfmodus
Das starke, nationale Pro-Komitee Sicherheitsbündnis Schweiz (vgl. www.sicherheit-ja.ch), bestehend aus einer breiten, schlagkräftigen Allianz aller bürgerlichen Parteien – auch die Grünliberalen ziehen erfreulicherweise voll mit – sowie aller relevanten Wirtschafts- und Milizverbände hat seine Kadenz erhöht und nun vom Vorbereitungs- in den Kampfmodus gewechselt. Dabei peilt es folgende, wichtigen Zielgruppen an: Junge, Frauen und die urbane Bevölkerung, namentlich in der Romandie. Dass wir richtig unterwegs sind, belegt der Proteststurm der SP gegen den Auftritt unserer einzigen Kampfjetpilotin an der VBS-Medienkonferenz von Ende Juni.
Der richtige Moment, um Schub zu geben
Im Endspurt liegt der Fokus der Arbeiten insbesondere in den Kantonen und in der wirkungsvollen regionalen Mobilisierung. Dieser trägt das flächendeckende Stützpunktenetzwerk in jedem Kanton, ein Verbund von bürgerlichen Parteien, regionalen und lokalen Wirtschafts- und Interessenverbänden sowie Kantonalen Offiziersgesellschaften (KOG) und Fach-OG Rechnung. Es gilt, die argumentative Lufthoheit in den nächsten Wochen auf allen Kommunikationskanälen zu wahren und permanent aufzuzeigen, warum die Schweiz zwingend neue Kampfjets braucht. Unterstützen Sie selber unsere Kampagne etwa wie folgt: Sponsoren Sie Flyer in Ihrer Gemeinde; laden Sie Ihre Freunde dazu ein, unsere Facebook-Seite mit „Gefällt mir“ zu markieren; laden Sie Argumentarien, Präsentationen und Pocket Cards herunter; schreiben Sie vor allem auch Leserbriefe, die nach wie vor stark beachtet werde. Und überzeugen Sie nicht zuletzt Ihr Umfeld in Beruf und Freizeit oder bringen Sie sich selbst mit eigenen, kreativen Ideen in Ihren kantonalen Stützpunkt ein. Für mich steht fest: Wir sind viel zielführender und geschlossener unterwegs sind als noch 2014 bei der Gripen-Abstimmung. Nutzen wir unseren Elan, zeigen wir Flagge und geben wir Schub für ein klares Ja am 27. September. Jede Stimme zählt.
Oberst i Gst Stefan Holenstein, Präsident SOG, 29.7.2026
*Dieser Artikel ist ursprünglich in der ASMZ erschienen (8/2020).